Draw No Bet im Fußball: Wie die Absicherung gegen Unentschieden funktioniert

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Wenn das Unentschieden der Feind ist
Es war ein Sonntagsspiel in der Bundesliga, ich war mir sicher, dass das Heimteam gewinnt – aber nicht sicher genug, um das Risiko eines 1:1 zu tragen. Die 1X2-Quote auf den Heimsieg lag bei 2,10. Attraktiv, aber 30 Prozent aller Bundesliga-Spiele enden unentschieden. Da habe ich zum ersten Mal Draw No Bet eingesetzt. Die Quote sank auf 1,65 – aber dafür bekam ich meinen Einsatz zurück, als das Spiel tatsächlich 2:2 endete.
Draw No Bet – kurz DNB – ist keine exotische Wettart. Es ist ein Risikomanagement-Werkzeug. Und als solches gehört es in das Repertoire jedes Tippers, der über bloßes Raten hinausgehen will. Das Prinzip ist simpel: Man tippt auf den Sieg eines Teams. Gewinnt das Team, gewinnt die Wette. Verliert es, verliert man den Einsatz. Aber wenn das Spiel unentschieden endet, bekommt man sein Geld zurück. Kein Gewinn, kein Verlust – das Unentschieden wird neutralisiert.
Die Mechanik hinter Draw No Bet
Mehr als 80 Prozent aller europäischen Sportwetten entfallen auf Fußball. Und innerhalb des Fußball-Marktes ist Draw No Bet ein Markt, der in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat – vor allem bei Tippern, die das Risikoprofil ihrer Wetten aktiv steuern wollen.
DNB funktioniert technisch wie ein Asian Handicap 0. Der gewählte Spieler oder das gewählte Team erhält ein Handicap von null Toren. Bei einem Sieg gewinnt die Wette, bei einer Niederlage verliert sie, und bei einem Unentschieden gibt es den Einsatz zurück. Manche Buchmacher listen DNB als eigenen Markt, andere führen es unter Asian Handicap 0.
Die Quotenbildung bei DNB folgt einer klaren Logik: Die DNB-Quote ist immer niedriger als die 1X2-Quote auf denselben Ausgang. Der Grund: Das Risiko ist geringer. Der Buchmacher muss das Unentschieden-Szenario aus der Quote herausrechnen, was den möglichen Gewinn reduziert. Die Differenz zwischen der 1X2-Quote und der DNB-Quote spiegelt die Wahrscheinlichkeit eines Unentschiedens wider.
Was viele Tipper nicht wissen: DNB ist nicht nur für Favoriten geeignet. Man kann auch DNB auf den Außenseiter spielen. Die Quote ist dann deutlich höher als bei einer Doppelten Chance, und man bekommt den Einsatz zurück, wenn das Spiel unentschieden endet. Bei Spielen, in denen ich einen Außenseiter-Sieg für möglich halte – aber nicht sicher genug bin, um das volle Risiko zu tragen – ist DNB auf den Außenseiter eine meiner Lieblingswetten.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das. Die 1X2-Quote für den Heimsieg liegt bei 2,30. Die DNB-Quote auf denselben Heimsieg liegt bei 1,75. Die Differenz von 0,55 entspricht dem „Preis“ für die Unentschieden-Absicherung. Man verzichtet auf 24 Prozent des potenziellen Gewinns, eliminiert dafür aber das Unentschieden-Risiko komplett.
Quotenvergleich: DNB vs. Dreiweg-Wette
Fußball macht 35,27 Prozent des globalen Online-Wettmarktes aus, und die Wahl zwischen DNB und Dreiweg-Wette ist eine der häufigsten Entscheidungen, vor denen Tipper stehen. Der Quotenunterschied ist nicht willkürlich – er lässt sich mathematisch nachvollziehen.
In der Bundesliga enden statistisch zwischen 24 und 28 Prozent aller Spiele unentschieden. Das bedeutet: Bei einer Dreiweg-Wette auf den Heimsieg mit einer implizierten Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent liegt die reale Gewinnwahrscheinlichkeit bei 50 Prozent, die Verlustwahrscheinlichkeit bei 25 Prozent – und die Unentschieden-Wahrscheinlichkeit bei 25 Prozent.
Mit DNB verschwindet das Unentschieden-Segment. Die effektive Gewinnwahrscheinlichkeit steigt auf 67 Prozent (50 von 75, wenn man die 25 Prozent Unentschieden herausrechnet). Die Quote sinkt entsprechend. Für den Tipper ist die Frage: Ist die Quotenreduktion angemessen, oder zahlt man zu viel für die Absicherung?
Meine Erfahrung: DNB ist dann sinnvoll, wenn man sich bezüglich des Siegers sicher fühlt, aber das Unentschieden-Risiko in der spezifischen Partie hoch einschätzt – zum Beispiel bei Derbys, in denen beide Teams defensiver spielen als gewöhnlich, oder bei Spielen am letzten Spieltag, wenn ein Team nichts mehr zu gewinnen hat.
Wann Draw No Bet einsetzen – und wann nicht
DNB ist kein Allheilmittel. Es gibt klare Szenarien, in denen die Wettart sinnvoll ist, und solche, in denen man besser auf die reguläre Dreiweg-Wette setzt.
DNB sinnvoll: Spiele mit einem leichten Favoriten, bei denen die 1X2-Quote zwischen 1,90 und 2,50 liegt. Hier ist das Unentschieden-Risiko real, und die DNB-Quote liegt oft noch über 1,50 – das reicht für einen positiven Erwartungswert, wenn die eigene Analyse stimmt. Ebenfalls sinnvoll bei Spielen mit taktisch defensiven Ansätzen – etwa wenn ein Trainer bekannt dafür ist, auswärts auf Konter zu spielen und dabei häufig Remis erreicht.
DNB nicht sinnvoll: Bei klaren Favoriten mit einer 1X2-Quote unter 1,40. Hier fällt die DNB-Quote oft auf 1,15 bis 1,25 – das ist zu wenig Rendite für das verbleibende Risiko einer Niederlage. Ebenfalls nicht sinnvoll, wenn das Unentschieden die geringste Wahrscheinlichkeit der drei Ausgänge hat – dann zahlt man für eine Absicherung, die man statistisch kaum braucht.
Ein weiteres Szenario, in dem DNB interessant wird: Auswärtsspiele von Teams mit starker Auswärtsbilanz. Wenn ein Team in der Bundesliga auswärts eine Siegquote von über 40 Prozent hat und die DNB-Quote bei 1,50 oder höher liegt, ist das eine solide Wette. Das Unentschieden wird abgesichert, und die verbleibende Verlustwahrscheinlichkeit – die reine Niederlage – ist bei auswärtsstarken Teams kalkulierbar.
Eine Alternative zu DNB ist die Doppelte Chance, bei der man auf zwei der drei möglichen Ausgänge wettet – zum Beispiel Heim oder Unentschieden. Der Unterschied: Doppelte Chance zahlt auch bei Unentschieden aus, hat aber eine noch niedrigere Quote als DNB. Wer zwischen DNB und Doppelter Chance wählt, sollte die Quoten beider Wettarten vergleichen und die Variante nehmen, die den besseren Erwartungswert bietet.
In meiner Praxis nutze ich DNB etwa bei jedem fünften Tipp. Es ist kein Standardwerkzeug, sondern eine situative Anpassung – wie ein Sicherheitsgurt, den man anlegt, wenn die Straße nass ist. Die Entscheidung zwischen DNB und regulärer Dreiweg-Wette treffe ich immer auf Basis der konkreten Quotendifferenz. Wenn die DNB-Quote weniger als 20 Prozent unter der 1X2-Quote liegt, nehme ich DNB. Wenn die Differenz größer ist, tippe ich lieber die Dreiweg-Wette und akzeptiere das Unentschieden-Risiko.
Artikel
Erstellt vom Redaktionsteam „WETTFELD".